Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte sich, dass die alten Leipziger Bahnpostanlagen dem stetig steigenden Postverkehr immer weniger gewachsen waren. Deshalb wurde die Errichtung eines neuen, zentralen Postbahnhofs und Bahnpostamts beschlossen. Als Standort wurde ein Gebiet nördlich der Leipzig-Dresdner Bahnstrecke auf der südlichen Schönefelder Flur ausgewählt, auf dem sich Felder und Wiesen sowie das bis 1906 in Schmalbruchs Teich betriebene "Bad Rohrteich" befanden.

Der Teich wurde verfüllt, die Felder und Wiesen auf insgesamt 58000 m² überformt. Die Baukosten beliefen sich einschließlich des Grundstückserwerbs auf 5 Millionen Goldmark.

Am 1. Februar 1912, fast drei Jahre vor Eröffnung des Leipziger Hauptbahnhofs, konnte der Leipziger Postbahnhof in Betrieb genommen werden. Das Hauptgebäude des Leipziger Postbahnhofs ist 200 m lang und hat eine überdachte Fläche von 16000 m².

Die achtbogige Halle des als Kopfbahnhof ausgestalteten Objekts überspannte 26 Gleise und 16 Bahnsteige. In ihr fanden bis zu 90 Bahnpostwagen Platz, was sie zur größten Bahnpostanlage ihrer Zeit machte. Für die Anlegung des kammförmig aufgefächerten Gleisnetzes mussten umfangreiche Geländeaufschüttungen erfolgen. Das Gleisfeld war wie beim Hauptbahnhof in eine preußische und eine sächsische Hälfte aufgeteilt. Der Postbahnhof hatte eine eigene Wasser- und Stromversorgung, für die ein mit zwei 120 PS und einem 250 PS Dieselmotor ausgestattetes Motorenkraftwerk errichtet wurde.

Im Jahre 1913 wurden im Postbahnhof Leipzig 10,4 Millionen Stück abgehende und 4,8 Millionen Stück ankommende Pakete umgeschlagen. Hinzu kamen noch 36 Millionen Stück im Durchgangsverkehr. Die Überführung der Bahnpostwagen erfolgte durch Rangierlokomotiven des Hauptbahnhofs. 1929 verkehrten Bahnpostwagen planmäßig auf den Strecken Leipzig-Bad-Lausick-Geithain-Chemnitz, Leipzig-Bebra-Kassel, Leipzig-Erfurt-Eisenach-Frankfurt am Main, Leipzig-Döbeln-Dresden, Leipzig-Eilenburg, Leipzig-Wurzen-Riesa-Dresden, Leipzig-Gera-Saalfeld-Bamberg und Leipzig-Hof-Markredwitz.

Im Laufe der Zeit wurde der Postbahnhof ständig baulich erweitert und technisch verbessert. So wurde 1936 an der Rohrteichstraße ein großer Erweiterungsbau errichtet, der den betrieblichen Anforderungen bis zur Schließung 1994 genügen konnte. Mit der Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutsche Post AG stellte diese die Bahnpost im gesamten Bundesgebiet ein und verlagerte die Posttransporte auf die Straße und in die Luft. Teile der dem Bahnpostamt Leipzig übertragenen Aufgaben werden seither vom Güterverkehrszentrum Radefeld übernommen. Das denkmalgeschützte Bauensemble des Leipziger Postbahnhofs steht seitdem leer. Quelle: Wikipedia.de
Die Fotos entstanden im November 2008.

Zuletzt viel der Postbahnhof in den Schlagzeilen auf, nachdem dort eine illegale Technoparty mit 800 Leuten stattgefunden hatte.

 

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